Einmalhandschuhe: Nitril oder Latex oder Vinyl?
Nitrilhandschuhe zählen zu den beliebtesten Einmalhandschuhen. Während vor einigen Jahren noch überwiegend Latexhandschuhe benutzt wurden, laufen Nitrilhandschuhe den anderen Einmalhandschuhen nun nach und nach den Rang ab. Denn Einweghandschuhe aus Nitril bieten zahlreiche Vorteile gegenüber Latex- und Vinylhandschuhen.
Zum einen sind Nitrilhandschuhe sehr hautverträglich. Da sie keine Latexproteine enthalten, sind sie auch für Latexallergiker hervorragend geeignet.
Nitrilhandschuhe schützen vor Mikroorganismen wie beispielsweise Bakterien und Viren. Im Gegensatz zu Vinyl- und Latexhandschuhen bieten sie zudem einen sehr guten Schutz gegenüber Chemikalien, Fetten und Ölen. Daher sind sie vor allem in Laboren und bei Reinigungsarbeiten sowie im Umgang mit Lebensmitteln und in Werkstätten beliebter als Latex- und Vinylhandschuhe.

Überblick: Vorteile von Nitrilhandschuhen

  • sehr gut hautverträglich
  • auch für Latexallergiker geeignet
  • sehr elastisch
  • reiß- & stichfest
  • langlebig, hohe Abriebfestigkeit
  • äußerst beständig gegenüber Fetten und Ölen
  • sehr beständig gegenüber Chemikalien
  • ermöglicht gutes Tastempfinden
  • komfortables Tragegefühl

Auch vor spitzen Gegenständen schützen Nitrilhandschuhe. Sie sind sehr reißfest und nutzen nur sehr langsam ab, wodurch sie äußerst langlebig sind. Nitrilhandschuhe bieten nicht nur guten Schutz vor Mikroorganismen, Chemikalien, Fetten, Ölen und spitzen Gegenständen, sondern bieten zugleich einen sehr guten Tragekomfort. Sie fühlen sich angenehm auf der Haut an und ermöglichen ein gutes Tastempfinden.

 

Einmalhandschuhe: Nitril oder Latex oder Vinyl? 

Neben Nitrilhandschuhen haben Sie außerdem die Wahl zwischen Einmalhandschuhen aus Latex und Vinyl. Im Folgenden sehen Sie, welche Vor- und Nachteile die 3 verschiedenen Materialien mit sich bringen. 
Vor- & Nachteile der Materialien
Eigenschaft
Nitril
Latex
Vinyl
Komfort
  
  
Dehnbarkeit
 
  
Reißfestigkeit
  
  
Sanftheit
 
  
  
Hautfreundlichkeit
  
  
Haltbarkeit
  
  
  
Geruch
  
  
Schutz vor...
Durchstechen
  
  
Lösungsmittel
  
 
Alkoholen
  
 
 
Säuren
  
  
Viren und Bakterien
  
  
  
Wirtschaftlichkeit
Abbaubarkeit
  
Preis
 
 
  

 

Anwendungsbereiche von Nitrilhandschuhen: Wofür eignen sich Handschuhe aus Nitril?


Aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile sind Nitrilhandschuhe in vielen Anwendungsbereichen sehr beliebt. 

 

Nitrilhandschuhe in der Medizin 

Zum einen sind Nitrilhandschuhe in der Medizin sehr beliebt, da sie eine gute Barriere zwischen der Hand und potenziell gesundheits-schädlichen Mikroorganismen darstellt. Nitrilhandschuhe bieten somit einen guten Schutz vor Bakterien und Viren sowie auch vor der direkten Berührung mit Exkrementen und Körperflüssigkeiten.
Aus diesem Grund werden Nitrilhandschuhe sowohl im Krankenhaus als auch bei Ärzten im niedergelassenen Bereich und im Rettungswagen getragen.
Wenn Sie Nitrilhandschuhe für die Medizin suchen, müssen Sie stets darauf achten, dass die Handschuhe gemäß der Europäischen Norm 455 (EN 455) zertifiziert sind. Diese Norm entscheidet darüber, ob ein Einmalhandschuh für den Einsatz im medizinischen Bereich zugelassen ist oder nicht.
 
Nitrilhandschuhe in der Medizin

Nitrilhandschuhe in der Alten- und Krankenpflege

Auch in der ambulanten sowie in der stationären Pflege sind Nitrilhandschuhe beliebt. Auch hier schützen sie vor dem direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Bakterien und Viren.

Da auch in der Pflege häufig medizinische Eingriffe notwendig sind (z.B. Verbandswechsel oder Infusionen), empfehlen wir Ihnen, auch hierfür Einmalhandschuhe zu wählen, die die Europäische Norm 455 erfüllen.

Für nicht-medizinische Arbeiten (z.B. das Waschen von Patienten) können auch Einmalhandschuhe ausreichend sein, die nicht gemäß der Europäischen Norm 455 zertifiziert sind.

 

Blaue Nitrilhandschuhe in der Lebensmittelindustrie

Auch im professionellen Umgang mit Lebensmitteln müssen Einweghandschuhe getragen werden, um einen möglichst hohen Hygienestandard zu ermöglichen. Da Nitrilhandschuhe eine sehr gute Beständigkeit gegenüber Ölen und Fetten aufweisen, werden sie in der Lebensmittelindustrie bevorzugt eingesetzt.
Im Vergleich: Sowohl Latex- als auch Vinylhandschuhe sind im Gegensatz dazu nicht für den Kontakt mit fetthaltigen Lebensmitteln geeignet
Denn wenn Vinylhandschuhe mit Fetten in Berührung kommen, können sich chemische Stoffe (sogenannte Weichmacher) aus dem Handschuh lösen und auf die Lebensmittel übergehen. Um den Verbraucher vor dem Verzehr dieser potenziell gesundheitsschädlichen Weichmacher zu schützen, dürfen Vinylhandschuhe im Umgang mit fetthaltigen Lebensmitteln nicht verwendet werden.

Ebenso können sich Latexproteine aus Latexhandschuhen lösen, wenn diese mit fetthaltigen Lebensmitteln in Berührung kommen. Wenn die Latexproteine auf die Lebensmittel übergehen und anschließend von einem Latexallergiker verzehrt werden, kann dies zu einer allergischen Reaktion führen.

 

In der Lebensmittelindustrie sind vor allem blaue Nitrilhandschuhe sehr beliebt. Denn falls mal ein Handschuh reißt oder verloren geht, kann ein blauer Nitrilhandschuh bzw. ein blauer Handschuhfetzen deutlich leichter wiedergefunden werden als ein andersfarbiger Handschuh. Denn es gibt keine natürlich blauen Lebensmittel. Blau ist somit am auffälligsten und kann am einfachsten herausgefiltert werden.  
Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Nitrilhandschuhe für den Lebensmittelbereich darauf, dass sie eine Lebensmittelunbedenklichkeitserklärung haben. Ob ein Nitrilhandschuh für den Umgang mit Lebensmitteln geeignet ist, erfahren Sie auf den Produktdetailseiten.
Nicht nur in der lebensmittelverarbeitenden Industrie, sondern auch in der Gastronomie werden gerne Einweghandschuhe getragen. Denn Einmalhandschuhe symbolisieren für den Kunden Hygiene und Sauberkeit.
Da auch in der Gastronomie in vielen Fällen mit fetthaltigen Lebensmitteln gearbeitet wird, empfiehlt es sich auch hier, auf Nitrilhandschuhe zurückzugreifen.
Damit die Einmalhandschuhe problemlos mit den verschiedenen Lebensmitteln in Berührung kommen können, sollte auch in der Gastronomie darauf geachtet werden, die Handschuhe eine Lebensmittelunbedenklichkeitserklärung vorweisen können.

Einmal-Chemikalienhandschuhe für Labore

Auch in Laboren werden Nitrilhandschuhe bevorzugt eingesetzt. Denn Nitrilhandschuhe bieten eine deutlich bessere Chemikalienbeständigkeit als Latex- und Vinylhandschuhe.
Wenn Sie Einmal-Chemikalienhandschuhe suchen, müssen Sie darauf achten, dass die Handschuhe der Europäischen Norm 374  entsprechen. Denn im Zuge dieser Norm wird geprüft, inwiefern ein Einmalhandschuh vor Chemikalien schützt.

Nitril-Handschuhe für Labore

Wenn Sie dieses Piktogramm auf einer Handschuhbox sehen, bedeutet dies, dass die Handschuh grundsätzlich als Einmal-Chemikalienhandschuhe zugelassen sind. An den Buchstaben unter dem Erlenmeyerkolben erkennen Sie, welche Prüfchemikalien verwendet wurden. Dies liefert Aufschluss darüber, mit welchen Chemikalien der Handschuh verwendet werden kann.
EN 374 Prüfchemikalien
Kennbuchstabe
Prüfchemikalie
CAS-Nr.
Klasse
A
Methanol
67-56-1
Primärer Alkohol
B
Aceton
67-64-1
Keton
C
Acetonitril
75-05-8
Nitril
D
Dichloromethan
75-09-2
Chlorierter Kohlenwasserstoff
E
Kohlenstoffdisulfid
75-15-0
Schwefelhaltige organische Verbindung
F
Toluol
108-88-3
Aromatischer Kohlenwasserstoff
G
Diethylamin
109-89-7
Amin
H
Tetrahydrofuran
109-99-9
Heterozyklische und Ätherverbindungen
I
Ethylacetat
141-78-6
Ester
J
n-Heptan
142-82-5
Aliphatischer Kohlenwasserstoff
K
Natriumhydroxid 40%
1310-73-2
Anorganische Base
L
Schwefelsäure 96%
7664-93-9
Anorganische Säure, oxidierend
M
Salpetersäure 65%
7698-37-2
Anorganische Säure, oxidierend
N
Essigsäure 99%
64-19-7
Organische Säure
O
Amoniakwasser 25%
1336-21-6
Organische Base
P
Wasserstoffperoxid 30%
7722-84-1
Peroxid
S
Flusssäure 40%
7664-39-3
Anorganische Säure
T
Formaldehydrid 37%
50-00-0
Aldehyd

Nitril - Handschuhe mit Chemikalienbeständigkeit für Reinigungsarbeiten

Auch für den Umgang mit Reinigungsmitteln ist es wichtig, dass die Hände gut geschützt werden. Denn viele Reinigungsmittel enthalten Chemikalien und andere Stoffe, die die Schutzschicht der Hände angreifen können. Stellen Sie daher sicher, dass die Einmalhandschuhe, die Sie im Umgang mit Reinigungsmitteln verwenden, einen guten Schutz gegenüber Chemikalien bieten.
Auch hier können Sie sich an dem Piktogramm der Europäischen Norm 374 orientieren. Ist die Handschuhbox mit dem Piktogramm ausgezeichnet, kann der Handschuh grundsätzlich als Einmal-Chemikalienhandschuh verwendet werden. Die Buchstaben unter dem Erlenmeyerkolben zeigen Ihnen, mit welchen Prüfchemikalien die Chemikalienbeständigkeit des Handschuhs getestet wurde.
(siehe Tabelle der Prüfchemikalien) 

Einweghandschuhe für Kosmetiksalons & Friseurstudios

Auch in anderen Bereichen sind Nitrilhandschuhe sehr beliebt. So werden sie zum Beispiel auch in Kosmetiksalons verwendet, um die eigenen Hände sowie auch die Kundinnen und Kunden zu schützen.

Einweghandschuhe für Kosmetiksalons & Friseurstudios

 

Da es im kosmetischen Bereich keine Vorgaben zur Farbe der Einmalhandschuhe gibt, haben KosmetikerInnen und TätowiererInnen die freie Wahl.

Was ist Nitril eigentlich?

 

Nitrilhandschuhe werden aus Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (kurz: Nitrilkautschuk) hergestellt. Das Material ist auch unter dem Kürzel “NBR” bekannt, welches die englische Bezeichnung “Nitrile Butadiene Rubber” abkürzt.
Im Gegensatz zum Latexkautschuk handelt es sich beim Nitrilkautschuk nicht um einen natürlichen Stoff, sondern um ein chemisches Erzeugnis. Genau genommen handelt es sich bei dem Material um miteinander vernetzte Polymermoleküle aus Acrylnitril und 1,3-Butadien. Bei dem Nitrilkautschuk handelt es sich um Elastomere, wodurch das Material zu einer Untergruppe der Kunststoffe zählt.

Eigenschaften von Nitril:

  • sehr elastisch, reißfest und zugfest
  • beständig gegenüber Alkoholen
  • beständig gegenüber Ölen und Fetten (pflanzlich & tierisch)
  • beständig gegenüber Laugen und verdünnten Säuren
  • beständig gegenüber Wasser mit einer maximalen Temperatur von 80°C
  • beständig gegenüber aliphatischen Kohlenwasserstoffen (z.B. Benzin, Propan, Butan)

 

Puderung bei Nitrilhandschuhen

Nitrilhandschuhe sind (ebenso wie auch Latex- und Vinylhandschuhe) sowohl mit als auch ohne Puderung erhältlich.
Gepuderte Nitrilhandschuhe haben den Vorteil, dass sie sich auch mit feuchten oder gar nassen Händen einfacher anziehen lassen als puderfreie Handschuhe. Gleichzeitig bringen gepuderte Einmalhandschuhe jedoch auch einige gesundheitliche Nachteile mit sich.
Beim Ausziehen gepuderter Einmalhandschuhe wird das Puder in die Luft gewirbelt. Wenn das Puder nun eingeatmet wird, können die Atemwege und Schleimhäute gereizt werden. Es kann zu Hustenanfällen und Rötungen kommen.
Vor allem bei Latexhandschuhen stellt die Puderung ein gesundheitliches Risiko dar. Denn die Latexproteine werden an das Puder im Handschuh gebunden. Wenn ein Latexallergiker die Latexproteine in hoher Konzentration einatmet, kann dies zu einer allergischen Reaktion bis hin zu einem anaphylaktischen Schock führen.
In der Lebensmittelindustrie ist es sogar strengstens untersagt, gepuderte Einmalhandschuhe zu tragen. Denn nachdem das Puder in die Luft gewirbelt wurde, wird es sich früher oder später wieder absetzen. Wenn das Puder nun auf den Lebensmitteln landet, werden diese verunreinigt und können der Gesundheit des Verbrauchers schaden.
Einmalhandschuhe im Vergleich
Puderfreie Einmalhandschuhe
Gepuderte Einmalhandschuhe
Vorteile
  • hautfreundlicher
  • geringeres Risiko eines allergischen Schocks (v.a. bei Latexhandschuhen)
  • für Lebensmittelindustrie und Gastronomie zugelassen
  • leichteres An- und Ausziehen (auch mit feuchten Händen)
Nachteile
  • lassen sich etwas schlechter anziehen als gepuderte Einmalhandschuhe
  • Reizung der Atemwege und Schleimhäute
  • Risiko bei gepuderten Latexhandschuhen: allergische Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock
  • Verbot in Lebensmittelindustrie und Gastronomie (Verunreinigung der Lebensmittel)
  • hinterlässt Puderrückstände auf Kleidung

 

 

Polymerbeschichtung vs. Chlorierung

Nitrilhandschuh ist nicht gleich Nitrilhandschuh. Denn diese Einmalhandschuhe unterscheiden sich nicht nur in ihrer Farbe und hinsichtlich ihrer Puderung, sondern können sich zudem auch in weiteren Eigenschaften voneinander abgrenzen - je nachdem welche Schritte ein Handschuh während des Herstellungsprozesses durchlaufen hat.
Die Herstellung von Einmalhandschuhen kann man sich etwa so vorstellen:
Zuerst werden Hand-Formen aus Keramik mit Maisstärke (Puder) bepudert. Anschließend werden die Formen in die flüssigen Materialien - Nitril, Latex oder Vinyl - getaucht und anschließend getrocknet. Die Maisstärke dient dazu, dass sich die Handschuh nach dem Trocknen besser von den Keramikformen lösen lassen. Wird ein Handschuh nicht weiter behandelt, bleibt diese Maisstärke an den Handschuhen haften und es handelt sich um einen gepuderten Einmalhandschuh.
Da die Puderung von Nitrilhandschuhen jedoch in der Luft verwirbelt und anschließend eingeatmet werden kann, wird das Puder häufig mithilfe einer Mischung aus Wasser und gelöstem Chlor aus den Einweghandschuh ausgewaschen. Auf diese Weise wird das Puder entfernt und zu puderfreien Einmalhandschuhen verarbeitet.
Neben dieser Chlor-Lösung kann alternativ oder zusätzlich ein Polymercoating genutzt werden, um die Handschuhe hautfreundlicher und glatter zu machen als gepuderte Einmalhandschuhe.


Je nach Anwendungsbereich und persönlichen Präferenzen können Sie somit zwischen folgenden Sorten unterscheiden:

  • chlorierte Einmalhandschuhe
  • doppelt chlorierte Einmalhandschuhe
  • polymerbeschichtete Einmalhandschuhe (+ leichte Chlorierung zur Aktivierung der Polymerschicht)
  • polymerbeschichtete und chlorierte Einmalhandschuhe

 

 

Chlorierte Nitrilhandschuhe

Bei dem Chlorierungsverfahren werden die Einmalhandschuhe schon auf der Produktionslinie, während sie noch an den Keramikformen haften, in eine Chlor-Lösung getaucht, welche die Oberfläche der Handschuhe anätzt und dadurch glatt macht. Chlorierte Handschuhe haben daher immer eine glatte Innenseite. Denn wenn die Handschuhe von der Handschuhform abgezogen werden, wird die mit Chlor behandelte Außenseite zur Innenseite des Handschuhs.

Da die Chlorierung direkt an der Produktionslinie stattfindet, spricht man bei diesem Verfahren auch von “Online-Chlorierung” (engl. “on line” = an der Fertigungsstraße).
Chemische Rückstände, die bei der Herstellung verwendet wurden, werden durch die Chlorierung zum größten Teil aus den Handschuhen herausgespült. Auf diese Weise wird das Allergierisiko minimiert. Außerdem werden durch die Online-Chlorierung Puderrückstände sowie auch Flusen oder ähnliches von den Handschuhen abgewaschen. Die Einmalhandschuhe sind somit gewissermaßen “sauberer” als gepuderte Handschuhe, die nicht chloriert wurden.

Außerdem werden die Handschuhe durch die Chlorierung weicher und geschmeidiger. Die Oberfläche wird glatt und rückstandslos, wodurch sich die Handschuhe leichter anziehen lassen. Zudem werden die Handschuhe durch die Chlorierung pH-neutral und somit hautverträglicher.

Wie glatt ein Handschuh wird, hängt von dem Chloranteil in der Wasser-Chlor-Lösung an. Je mehr Chlor in der Lösung enthalten ist, desto glatter wird der Handschuh.
Anschließend wird der Handschuh mehrmals ausgewaschen, um Chlorrückstände zu beseitigen.

Doppelt chlorierte Nitrilhandschuhe

Neben den chlorierten Handschuhen können Sie sich auch für eine doppelte Chlorierung entscheiden. Die Innenseite doppelt chlorierter Handschuhe ist noch glatter, wodurch sich die Handschuhe dementsprechend noch leichter anziehen lassen. Außerdem können durch eine doppelte Chlorierung gegebenenfalls zusätzliche Chemikalienrückstände aus den Handschuhen herausgewaschen werden, wodurch die Einweghandschuhe noch hautfreundlicher werden.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Chlor zur Chlorierung verwendet wird, desto glatter wird die Oberfläche.

 

Vorteile chlorierter Einmalhandschuhe 

  • sauberer als gepuderte Handschuhe
  • glatte Innenfläche
    → einfaches Anziehen
  • chemische Rückstände werden ausgewaschen
    → minimiert das Allergierisiko
  • verbesserte Hautverträglichkeit durch pH-Neutralität
  • ressourcenschonender und umweltfreundlicher als eine Polymerbeschichtung

 

Polymerbeschichtete Nitrilhandschuhe

Eine Polymerbeschichtung hilft dabei, das Allergierisiko von Einweghandschuhen zu minimieren. Sie wird sowohl bei Nitril- als auch bei Latexhandschuhen verwendet.

Die Polymerbeschichtung bietet eine Art Barriere zwischen der Hand und dem Handschuh selbst, sodass die Hand nicht allzu lang im direkten Kontakt mit dem Handschuh steht.

Damit die Polymerbeschichtung ihren Zweck erfüllen kann, ist auch hier eine leichte Chlorierung notwendig, um die Polymerbeschichtung zu aktivieren. Die Handschuhe werden am Fließband zunächst in ein Polymercoating eingetaucht, während sie noch an den Keramik-Handformen haften. Anschließend werden die Handschuhe von den Keramikformen gelöst und in einer Art überdimensionalen Waschmaschine in einer leichten Chlor-Lösung ausgewaschen.
Da die Chlorierung abseits der Produktionslinie stattfindet, wird dieses Verfahren auch Offline-Chlorierung genannt.

Nitrilhandschuhe mit Polymerbeschichtung UND Chlorierung

Auf der Suche nach dem perfekten Nitrilhandschuh müssen Sie sich nicht zwischen den Vorteilen von der Polymerbeschichtung und der Chlorierung entscheiden.

Denn es gibt auch Einmalhandschuh, die von innen polymerbeschichtet und gleichzeitig von innen sowie außen chloriert sind. Auf diese Weise wird der Handschuh sowohl von innen, als auch von außen schön glatt. Daher eignen sie sich beispielsweise, um Patienten in Pflegeeinrichtungen zu waschen, da sich die Handschuhe angenehm weich auf der Haut anfühlen. Sie vereinen die Vorteile des Polymercoatings mit denen der Chlorierung.

Vorteile von polymerbeschichteten und chlorierten Handschuhen:

  • chemische Rückstände werden ausgewaschen
    → minimiert das Allergierisiko
  • hautverträglich durch pH-Neutralität
  • glatte Oberfläche von innen
    → lassen sich einfach anziehen
  • glatte Oberfläche von außen
    → fühlen sich auch von außen schön weich an

 

Extra starke Nitrilhandschuhe für besondere Sicherheit

Neben ihrer Beschichtung unterscheiden sich Nitrilhandschuhe zusätzlich in ihrer Materialstärke. Wenn sie besonderen Strapazen ausgesetzt werden, sollten Nitrilhandschuhe extra stark sein. Dies kann beispielsweise in Werkstätten oder auch bei intensiven Reinigungsarbeiten der Fall sein. Außerdem ist es empfehlenswert, dass Ihre Nitril-Einweghandschuhe extra stark sind, wenn Sie mit Chemikalien arbeiten.